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Innovatives, nicht-invasives Behandlungskonzept gegen atherosklerotische Plaques / Arteriosklerose

Ref-Nr: TA-17/007TLB


Kurzfassung

An der Universität Konstanz konnten nun multifunktionale Blockcopolymere entwickelt werden, welche Cholesterin und Calciumionen aus den atherosklerotischen Plaques herauslösen, wodurch sich die Plaques auflösen. Die Blockcopolymere können zudem über das Mischungsverhältnis an die individuelle Plaquezusammensetzung des einzelnen Patienten angepasst werden, um so die Wirkung zu optimieren.
In einem Mausversuch (mit dem DKFZ Heidelberg) wurde gezeigt, dass sich die injizierten Blockcopolymere auf Polyoxazolinbasis im gesamten Körper (Blut und Organe) verteilen und dann den Organismus über die Blase verlassen. Die Mäuse zeigten während und nach dem Experiment keinerlei Symptome.
Im Mittelpunkt der laufenden Experimente steht die Verifizierung der vielversprechenden Ergebnisse dieser Studie in einem weiteren in vivo Testsystem mit optimierten Polymeren.


Hintergrund

Die Folgeerscheinungen der Arteriosklerose, d.h. Herz-Kreislauferkrankungen, sind die häufigste Todesursache in den westlichen Industrieländern.
Arteriosklerose als Systemerkrankung der Schlag­adern (Arterien), welche durch die Ablagerung von Blut­fetten, Thromben, Bindegewebe und auch Calciumhy­droxy­apatit in den Gefäßwänden gekennzeichnet ist („Gefäßver­kalkung“), nimmt mit fortschreitendem Lebens­alter zu. Doch leiden hierunter inzwischen auch jüngere Men­schen, was u.a. auf ungesunde Ernährung sowie Bewe­gungsmangel zurückgeführt wird. Durch diese Ablagerun­gen („atherosklerotische Plaques“) kommt es zu einer Verengung und Verhärtung der Arterien mit der Folge eines eingeschränkten oder gänzlich unterbroche­nen Blutflusses bis hin zu einem Herzinfarkt oder Schlag­anfall.


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Problemstellung

Im Anfangsstadium der Arteriosklerose erfolgt eine kon­servative Behandlung mit Medikamenten gegen Fettstoff­wechselstörungen (Lipid-/ Cholesterinsenker), oder sol­chen, die die Blutgerinnung hemmen und so die Entste­hung von Thromben verhindern sollen. Bei fortgeschritte­ner/ lebens­bedrohlicher Arteriosklerose hilft in der Regel nur noch ein chirurgischer Eingriff, wie etwa das Durch­führen einer Ballonerweiterung, das Setzen eines Stents oder das Legen eines Bypasses.
Insgesamt sind diese Therapiemöglichkeiten häufig wenig wirksam, mit Nebenwirkungen ver­bunden und im End­effekt invasiv. Eine effektive Prävention kann allenfalls durch Änderung des Lebensstils erfolgen.


Lösung

Wissenschaftler der Universität Konstanz haben nun mehrere multi­funktionale Blockcopolymere (u.a. aus Ami­nosäure- und Polyoxazolinbestandteilen) entwickelt, die sich in Form von Mizellen anordnen, d.h. durch Selbst-Assemblierung poly­mere Nanoteilchen bilden. Die Block­copolymere lösen Cholesterin und Calciumionen aus den atheroskleroti­schen Plaques heraus und nehmen sie im Inneren der Mizellen auf, wodurch sich die Plaques auflö­sen. Die Ausscheidung erfolgt auf natürlichem Wege über den Harn. Die Blockcopolymere können zudem über das Mischungsverhältnis an die individuelle Plaquezusam­mensetzung des einzelnen Patienten angepasst werden, um so die Wirkung zu optimieren. Die Anwendung könnte im Sinne einer Blutwäsche („Rheopheresis“) oder ideal­erweise als orale Medika­mentengabe erfolgen.


Vorteile

  • Auflösen der atherosklerotischen Plaques
  • Blockcopolymere sind pharmakologisch und toxikologisch inert
  • Blockcopolymere können variabel zusammengesetzt werden
    ⇒ individuelle Patientenbehandlung möglich
  • Verabreichung der Blockcopolymere über Rheopherese oder oral als Medikament
  • als Therapie und präventiv einsetzbar

    Anwendungsbereiche

    Es konnte nun ein nicht-invasives Behandlungskonzept entwickelt werden, wobei die atherosklerotischen Plaques aufgelöst werden, sodass eine Prävention sowie auch die direkte Behandlung der Arteriosklerose zukünftig möglich sein könnte.


    Service

    Die Technologie-Lizenz-Büro GmbH ist mit der Verwer­tung der Technologie beauftragt und bietet Unternehmen die Möglichkeit der Lizenznahme oder Kooperation zur Weiterentwicklung.


    Technologie-Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

    Anne Böse, M.Sc.
    + 49 721 790 040
    boese@tlb.de
    www.tlb.de
    Adresse
    Ettlinger Straße 25
    76137 Karlsruhe



    Entwicklungsstand

    Präklinik


    Patentsituation

    • DE 102017007671 A1 anhängig

    Stichworte

    Atherosklerose, Block Copolymere, Cholesterin Adsorption, Nanostrukturen, Selbstassemblierung

    Kontakt | Geschäftsstelle

    TransferAllianz e. V.
    Christiane Bach-Kaienburg
    (Geschäftsstellenleiterin)

    c/o PROvendis GmbH
    Schloßstr. 11-15
    D-45468 Mülheim an der Ruhr