Skip to main content

Herdenschutzeinrichtung


Kurzfassung

Die Erfindung betrifft eine Herdenschutzeinrichtung mit automatisierter Erkennung von Gefahrensituationen für Schafe durch Wölfe mittels Sensoren, welche Signale durch das veränderte Verhalten der Schafe an eine Datenverarbeitungseinrichtung weiterleiten und entsprechende Vergrämungsmaßnahmen auslösen.


Hintergrund

Übergriffe von Raub- auf Nutztiere, insbesondere von Wölfen auf Schafe, stellen ein zuneh­mendes Problem in der Landwirtschaft dar. Wölfe neigen dazu eine Anzahl von Tieren zu reißen, die das eigentliche Nahrungsbedürfnis weit übersteigt, wenn diese bspw. durch ein mobiles Weidezaunsystem an der Flucht gehindert sind. Um dieses Risiko zu minimieren sind verschiedene Methoden bekannt. Dabei sind passiv-konstruktive Maßnahmen (bspw. nicht überspring- bzw. untergrabbare Zäune) technisch- und kostenaufwändig und für die Wanderschäferei nicht praktikabel. Bei einem weiteren System wird jedes Herdenmitglied mit einem speziellen, mit Bewegungssensoren versehenen, Halsband ausgestattet. Nachteilig ist der hohe Kostenaufwand durch die individuelle Ausstattung der einzelnen Herden-Mitglieder. Es besteht auch die Möglichkeit Herden-Gefährder mit Halsbändern auszustatten, welche beim Betreten von Schutzbereichen der Herde entsprechende Vergrämungssignale aussenden. Auf Grund der ständigen Zu- und Abwanderung von Herden-Gefährdern ist auch diese Möglichkeit wenig praktikabel und kostenintensiv.


Bilder & Videos


Lösung

Die innovative Technologie zeichnet sich dadurch aus, dass nicht die Bewegungen der einzelnen Herdentiere oder Herden-Gefährder, sondern die Bewegungen der Herde als Ganzes erfasst und analysiert werden. Das Wesentliche hierbei ist die köperschallübertragende Verbindung zwischen dem Bodenschallmikrofon und dem Boden des Schutzgebie­tes, auf dem die Füße der Herdenmitglieder das zu analysierende Bodenschallsignal erzeugen. Dabei kommen ein bzw. mehrere handelsübliche Bodenschallmikrofone zum Einsatz. Das Bodenschallsignal, dass die Herde im Gefahrenfall durch ihr verändertes Ver­halten aussendet, ist deutlich unterscheidbar und über weite Strecken dedektierbar. Jede Herdenart (Schafe, Pferde, Rinder) sendet durch unterschiedliches Verhalten typische deutlich wahrnehmbare Bodenschallsignale aus, so dass die Anwendung der neuen Technologie nicht nur auf die Schafhaltung begrenzt ist. Vorzugsweise werden die Boden­schallmikrofone in mobile Weidezaunpfähle mit einrammbarer Spitze integriert und so die Verbindung zum Boden des Herdenschutzgebietes realisiert. Auch die Datenverarbeitungs­einrichtung kann witterungsgeschützt im Zaunpfahl angeordnet sein. Dies ist aber nicht zwingend nötig. Sie kann auch separat, aber immer mit signalübertragender Verbindung (drahtlos oder leitungsverbunden) zum Bodenschallmikrofon eingesetzt werden. Im Gefahrenfall werden durch die ausgesendeten Signale der Herdentiere anhand der Daten­verarbeitungseinrichtung geeignete Vergrämungsmittel aktiviert.


Vorteile

  • Ermöglicht schnelles Eingreifen des Herdenbetreibers durch automatische Benachrichtigung (per SMS, App, Anruf) im Gefahrenfall
  • Herdenschutzsystem ist unabhängig von der Herdengröße
  • Einfache Konstruktion und kostengünstige, flexible Anwendungs- und Ausführungsmöglichkeiten
  • Zentrales Sensor- und Datenverarbeitungsmodul wird platzsparend und geschützt bspw. in das Weidezaunsystem integriert
  • Einsatz bedarfsgerecht optimierter Vergrämungsmittel, ohne die Herdentiere negativ zu beeinflussen

Anwendungsbereiche

Schafzucht, -haltung, Weidetierhaltung


GINo Gesellschaft für Innovation Nordhessen mbH

Ute Emde
0561/804-1985
emde@gino-innovativ.de
www.gino-innovativ.de
Adresse
Universitätsplatz 12
34127 Kassel



Entwicklungsstand

Teststadium


Patentsituation

  • DE 10 2017 123 382.2 anhängig

Kontakt | Geschäftsstelle

TechnologieAllianz e. V.
Laure Wolkers
(Geschäftsstellenleiterin)

c/o PROvendis GmbH
Schloßstr. 11-15
D-45468 Mülheim an der Ruhr