Skip to main content

Neue CF-Behandlung: Inhibitoren der bakteriellen Chinolonbiosynthese in P. aeruginosa und B. cepacia

Ref-Nr: TA-18/095TLB


Kurzfassung

Diese neue und einzigartig potente Verbindung dämmt effektiv die signalbasierte Angriffs-Koordination unter pathogenen Keimen und die damit einhergehende Toxinproduktion So wird die Ausbreitung verhindert und gleichzeitig die Immunsuppression aufgehoben. Der Wirkstoff könnte anstelle oder in Kombination mit Antibiotika zum Einsatz kommen und so auf längere Sicht effektive Hilfe leisten, insbesondere auch bei chronisch kranken Patienten.


Hintergrund

Pseudomonas aeruginosa ist ein weltweit verbreitetes Bakterium und dafür bekannt, insbesondere bei chro­nisch Kranken, bzw. Menschen mit geschwächter Immun-Ab­wehr, schwere Verläufe zu verursachen. So trifft eine Infektion bspw. Mukoviszidose- (CF-) Patienten beson­ders schwer, da eine zusätz­liche chronische Infektion der Atem­wege eine drastische Verschlechterung der Lun­gen­funktion be­deu­tet. Auch eine langfristige Veränderung des Mikro­bioms der Lunge wird dem Keim inzwischen be­schei­nigt.
Ein Angriff wird in Abhängigkeit der bakteriellen Popula­tionsdichte über Botenstoffe (Chinolone) koordiniert; die gezielte Störung des Prozesses kann einen Angriff effi­zient eindämmen.


Bilder & Videos


Problemstellung

Diverse Inhibitoren der Signalwege, d. h. der Chinolon-Bio­synthese, sind bereits bekannt, doch ihre Wirksamkeit konnte bislang in lebenden Zellen nicht in ausreichendem Umfang nachge­wiesen werden, bzw. die notwendigen Konzentrationen waren zu hoch. Daher war die Hemmung dieses Signal­weges bislang pharma­ko­logisch uninteres­sant. Das sollte sich nun än­dern.


Lösung

Durch die hier beschriebene Verbindung wird die Pro­duk­tion der 2-Alkyl-Chinolone (über PqsD bzw. HmqD), d. h. die signalbasierte Angriffs-Koordination unter den patho­genen Bakterien und die damit einhergehende Toxin­pro­duktion effektiv gehemmt und so die Ausbreitung der Keime eingedämmt. Gleichzeitig wird dadurch die Immun­suppression aufgehoben.
Eine Infektion mit einem solchen Keim wird ins­besondere bei CF-Patienten mit einer deutlich ver­schlechterten Lun­genfunktion in Verbindung gebracht. Durch die Hemmung der bakteriellen Signalwege kann die Verbreitung effektiv eingedämmt werden, ohne Ne­benwirkungen oder Resis­tenzen zu verursachen.
Die neue und einzigartig potente Verbindung könnte anstelle oder zusammen mit Antibiotika zum Einsatz kommen und so auf längere Sicht – insbesondere aber nicht aus­schließlich für CF-Pati­enten – von großem Nutzen sein.


Vorteile

  • Selektive Bindung und hohe Aktivität in niedrigem Konzentrationsbereich
  • Vollständige Hemmung der Chinolon-Biosynthese
  • Wirksamkeit in situ bestätigt an Zellkulturen von pathogenen P. aeruginosa und Burkholderia
  • Vermeidung neuer Resistenzen und Erhöhung der Antibiotika-Wirkung durch Wirkstoff-Kombination

Anwendungsbereiche

Da effektive Antibiotika immer seltener lang­fristig wirksam sind, ist die Nutzung effizienter Inhi­bitoren insbesondere bei chronischen Erkran­kun­­gen ein überaus lohnens­werter Ansatz im Kampf gegen patho­gene Keime.


Service

Die Technologie-Lizenz-Büro GmbH ist mit der Verwer­tung der Technologie beauftragt und bietet Unternehmen die Möglichkeit der Lizenznahme.


Technologie-Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

Anne Böse
+ 49 721 790 040
boese@tlb.de
www.tlb.de
Adresse
Ettlinger Straße 25
76137 Karlsruhe



Entwicklungsstand

Funktionsnachweis


Patentsituation

  • EP anhängig

Stichworte

PqsD-Inhibitoren, Chinolon Biosynthese, Systische Fibrose, CF, Pseudomonas aeruginosa, Burkholderia cepacia, PQS, HHQ, AQNO, HQNO, Chinolon-N-oxide, Quorum sensing, Virulenz Inhibition, Phenazine, Toxine

Kontakt | Geschäftsstelle

TechnologieAllianz e. V.
Christiane Bach-Kaienburg
(Geschäftsstellenleiterin)

c/o PROvendis GmbH
Schloßstr. 11-15
D-45468 Mülheim an der Ruhr