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Gezielte Lenkung des Zellwachstums auf Oberflächen

Ref-Nr: TA-UOL172


Kurzfassung

Die Anbindung von Cochleaimplantaten an den Hörnerv ist bislang noch nicht optimal, da die Hörnervenfortsätze nur schlecht und ungezielt auf der Implantatoberfläche anwachsen.

Mit der patentierten Erfindung wird das Anwachsen von Zellen verbessert und in gewünschte Richtungen gelenkt. Dazu werden auf der Oberfläche kontrast-reiche hydrophile (wasseranziehende) und hydrophobe (wasserabstoßende) Bereiche gebildet und so das Zellwachstums im Millimeter- und Mikrometer-bereich beeinflusst. So wachsen die Zellen optimal an, was das Hörvermögen verbessert.

Die Mikrostrukturierung kann ebenfalls für experimentelle Zellkultursysteme oder die Förderung des Anwachsens von Nervenzellen an andere (Neuro-)Im-plantaten genutzt werden.


Hintergrund

Coeaimplantate werden bei tauben Patienten zur elektrischen Stimulation der Fortsätze des Hörnervs
eingesetzt. Das Implantat beinhaltet einen Elektrodenträger, welcher in die Hörschnecke eingeführt wird.
Auf dem Elektrodenträger befinden sich Elektrodenkontakte. Je besser die Hörnervenfortsätze sich diesen
Kontakten annähern, desto besser erfolgt die Stimulation und damit das Hören. Daher sollen möglichst
viele Zellen und Nervenfortsätze am Silikon-Elektrodenträger anwachsen. Aktuell geschieht dies nur
schlecht und ungezielt.


Bilder & Videos


Lösung

Mit der patentierten Erfindung wird das Anwachsen von Zellen verbessert und in gewünschte Richtungen
gelenkt. Dazu werden auf der Oberfläche z. B. von Cochleaimplantaten kontrastreiche hydrophile
(wasseranziehende) und hydrophobe (wasserabstoßende) Bereiche gebildet. Die Zellen wachsen in
hydrophilen Bereichen an, während die hydrophob gestalteten Bereiche vermieden werden. So wird
eine Mikrostrukturierung bzw. -kontrastierung der Oberfläche erreicht. Die Beeinflussung des Zellwachstums
durch die Adhäsion (Anlagerung) von Zellen und Zellfortsätzen findet dabei im Millimeter- und
Mikrometerbereich statt.

An der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg werden durch Herrn Dr. Radeloff erste Vorversuche
zur Herstellung entsprechender Oberflächen durchgeführt und durch eine spezifische intramurale Forschungsförderung unterstützt. Ziel der Versuche ist es, die Strukturen schrittweise zu verkleinern und das
Zellwachstum auf den Oberflächen zu analysieren. Erste Ergebnisse zeigen, dass eine Adhäsion der
verwendeten Zellen an den Oberflächen funktioniert.


Vorteile

Durch die Erfindung wird bei Cochleaimplantaten der elektrische Kontakt zwischen den Elektroden
der Hörprothese und den neuronalen Zellen optimiert und das Hörvermögen verbessert.
Zellen und Nervenfortsätze können durch die Unterteilung in hydrophile und hydrophobe Bereiche präziser positioniert und ihre Wachstumsrichtung besser kontrolliert werden. Die patentierte Methode kann auch für experimentelle Zellkultursysteme genutzt werden, um mehrere Zelltypen gemeinsam in einem System in Kokultur zu bringen. Auch die Förderung des Anwachsens von Nervenzellen an andere (Neuro-)Implantate ist denkbar.


Anwendungsbereiche

Cochleaimplantate, Zellkultursysteme, artifizielle Zielinnervation


Service

Lizenzierung, Kooperation


InnoWi GmbH

Tatjana Döring
0421 96007-19
tatjana.doering@innowi.de
www.innowi.de
Adresse
Fahrenheitstraße 1
28359 Bremen



Entwicklungsstand

Machbarkeit


Patentsituation

  • DE anhängig
  • PCT anhängig

Stichworte

Gezieltes Zellwachstum, hydrophil, hydrophob

Angebot Anbieter-Website


Kontakt | Geschäftsstelle

TransferAllianz e. V.
Christiane Bach-Kaienburg
(Geschäftsstellenleiterin)

c/o PROvendis GmbH
Schloßstr. 11-15
D-45468 Mülheim an der Ruhr