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Sohlanbindung von Fischpässen

Ref-Nr: TA-GINo254


Kurzfassung

Die vorliegende Technologie beschreibt eine Verbindungsrampe, die den Einstieg eines Fischpasses an die natürliche Sohle anschließt. Dieser befindet sich in einem Fluss in künstlich gestalteter Umgebung (senkrechte Wände über tiefer Betonsohle).


Hintergrund

Die Forderung der aktuellen Richtlinie der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA-M 509 Entwurf) sieht vor:

  • dass der Fischpasseinstieg dort ist, wo schwimmstarke Fische nicht weiterkommen, (bei einem Wasserkraftwerk praktisch immer direkt über dem Turbinenauslauf)
  • dass die Verbindung von der natürlichen Sohle zum Fischpass für sohlorientierte Fische hergestellt werden muss.

Die derzeitige Lösung, die Verbindung durch einen vorgeschütteten Steinkegel zu schaffen, ist aus mehreren Gründen nicht vorteilhaft, bzw. nicht möglich: Eine aus Geröll ausgebildete Rampe kann unter den dort herrschenden hydraulischen Belastungen durch die Strömung nicht lange ihre ursprüngliche Form beibehalten und ihre Funktion erfüllen. Den Geröllkegeln fehlen die Eigenschaften einer fortgesetzten natürlichen Sohle. Der Abstand zur natürlichen Sohle ist zu groß oder der Turbinenauslauf wird zu stark beeinträchtigt.


Bilder & Videos


Lösung

Die Erfindung der Sohlanschlussrampe löst das Problem durch die Verlängerung des Fischpasses unter Wasser vom optimalen Salmoniden-Einstieg herunter auf die natürliche Sohle. Die schräg verlaufende Rampe wird über Konsolen an der Wand befestigt. Da die Rampe aus einzelnen, dachziegelartig ineinander gelegten, leicht konischen Platten aus ultrahochfestem Beton (UHPC) besteht, können Krümmungen auf einfache Weise erzeugt werden. Ein weiterer Effekt der UHPC-Platten besteht darin, dass sie über seitliche Aufkantungen verfügen und so eine Strömungsberuhigung bewirken, sowie das Abtragen des Lockermaterials durch die Strömung verhindern. Am Auslauf der Rampe ist eine Leiteinrichtung für bodennahe Fische vorgesehen. Das Lockermaterial (z.B. Kies, Steinkammermatten) auf der Rampe ist dem natürlichen Lockermaterial der Sohle des Flussbettes angepasst. Die Bestückung der Steinkammermatten mit einigen Borstenelementen dämpft die makroturbulente Anströmung aus dem Turbinenauslauf und bietet den kleineren Fischen Rückzugsmöglichkeiten.


Vorteile

  • Fischpass besteht aus einzelnen Segmenten, leichte Montage und jederzeit nachrüstbar.
  • Erfüllung beider Anforderungen für die Fischpasseinstiegsposition gemäß Richtlinie.
  • Durch die Anordnung der Rampe im Auslaufgerinne unterhalb des Unterwasserspiegels ist kein zusätzlicher Wasserbedarf für zweiten Einstieg notwendig.
  • Kein zusätzlicher Flächenbedarf, Einsatz an senkrechten Wänden und steilen Böschungen möglich.
  • Auch bei engen Verhältnissen nur geringe Behinderung des Abflusses aus den Turbinen.
  • Durch großes Nahrungsangebot, welches sich in den Bürsten und der Geröllbelegung ansiedelt, bietet die Sohlanbindung Wanderkorridor und Lebensraum.

Anwendungsbereiche

Fischpässe an Staustufen, Wehren, Wasserkraftwerken


GINo Gesellschaft für Innovation Nordhessen mbH

Ute Emde
0561/804-1985
emde@gino-innovativ.de
www.gino-innovativ.de
Adresse
Universitätsplatz 12
34127 Kassel



Entwicklungsstand

Prototyp


Patentsituation

  • EP 2 674 531 erteilt

Kontakt | Geschäftsstelle

TransferAllianz e. V.
Christiane Bach-Kaienburg
(Geschäftsführerin)

c/o TransMIT GmbH
Kerkrader Straße 3
D-35394 Gießen