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Neue Markierungsvorläufer zur Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs


Kurzfassung

Die Erfindung umfasst Markierungsvorläufer, die spezifisch an das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) oder das Fibroblasten-Aktivierungs-Protein (FAP) binden, um mit deren Hilfe die radiologische Diagnose als auch die zielgerichtete Behandlung von Krebserkrankungen zu ermöglichen, bei denen die Tumorzellen PSMA oder FAP exprimieren.


Hintergrund

Seit ca. 15 Jahren kommen in der klinischen Behandlung von Krebserkrankungen zunehmend bildgebende radiologische Diagnoseverfahren (z.B. Positronen-Emissions-Tomographie, PET und Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie, SPECT) zum Einsatz. Darüber hinaus gewinnen theranostische Verfahren, bei denen Diagnose und Therapie mit einem zielgerichteten Vektor kombiniert werden, an Bedeutung. Hierbei werden Markierungsvorläufer eingesetzt, die ein diagnostisch oder therapeutisch wirksames Radioisotop kovalent oder koordinativ binden. Diese Markierungsvorläufer bestehen als wesentliche chemische Komponente aus einem Chelator für die effektive Komplexierung des Radioisotops sowie aus einem biologischen Targetingvektor, der an Zielstrukturen im Tumorgewebe bindet, z.B. an membranständige Rezeptoren, Proteine oder Enzyme von Tumorzellen.


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Problemstellung

In den Industrieländern ist bei Männern Prostatakrebs die häufigste Krebsart und die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung. Bei einer Diagnose im frühen Stadium liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei dieser langsam voranschreitenden Krebserkrankung bei nahezu 100%. Bei bereits metastasierendem Tumor sinkt die Überlebensrate erheblich. Ein frühes aggressives Vorgehen gegen diese Tumorerkrankung kann die Lebensqualität des Patienten stark einschränken, z.B. durch eine operative Entfernung der Prostata, was zu Inkontinenz und Impotenz führen kann. Daher ist einerseits eine frühe aussagekräftige Tumordiagnose sinnvoll und andererseits eine schonende und spezifische Tumorbehandlung, möglichst ohne operativen Eingriff.


Ein häufig verwendetes Diagnosemittel zum Nachweis eines Prostatakarzinoms ist der Nachweis des prostataspezifischen Antigens (PSA). Dieser Tumormarker ist jedoch mit einer hohen diagnostischen Unsicherheit in seiner Aussagekraft behaftet, da etwa 15% der Patienten mit tatsächlich vorhandenem Prostatakarzinom keine erhöhte PSA-Konzentration im Blut zeigen, wohingegen Patienten mit leicht erhöhten PSA-Werten oft kein Prostatakarzinom haben.


Lösung

Neben PSA kommt zunehmend PSMA als Zielstruktur zur Diagnose des Prostatakarzinoms eine bedeutende Rolle zu. PSMA kann zwar als membrangebundenes Glykoprotein im Gegensatz zu PSA nicht im Blut nachgewiesen werden, jedoch korreliert seine Expression sehr stark mit der Existenz von Prostatakarzinomzellen, da es in gesundem Gewebe kaum auftritt. Die hier vorliegende Erfindung stellt Markierungsvorläufer zur Verfügung, die einerseits über Targetingvektorstrukturen gezielt an PSMA binden und andererseits über Chelatoren mit diagnostisch und/oder therapeutisch funktionalen Radioisotopen gekoppelt werden können. Als Targetingvektoren eignen sich insbesondere PSMA-Inhibitoren für bildgebende und theranostische Radiopharmazeutika, da diese mit hoher Affinität an PSMA binden. Die hier angebotenen Markierungsvorläufer sind insbesondere in ihrem chemischen Aufbau durch Kopplung mittels Quadratsäure optimiert, um den Targetingvektor und den Chelator zur Bindung/Komplexierung des Radioisotops in optimaler und wirkungsverstärkender Weise in den Markierungsvorläufer zu integrieren.


Vorteile

  • Schnelle und effektive Komplexierung oder kovalente Bindung des Radioisotops
  • Hohe Selektivität für Tumorzellen, die PSMA oder FAP exprimieren
  • Hohe in vivo-Stabilität, d.h. biochemische Beständigkeit in Blutserum unter physiologischen Bedingungen
  • Theranostische Anwendbarkeit der Markierungsvorläufer
  • Optimierter und wirkungsverstärkender chemischer Aufbau der Markierungsvorläufer relativ zu im Stand der Technik bekannten Markierungsvorläufern

Anwendungsbereiche

Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen, bei denen die Tumorzellen PSMA oder FAP exprimieren.


Service

Es werden exklusive und nichtexklusive Lizenzen für die Herstellung, den Vertrieb und die klinische Anwendung der erfindungsgemäßen Markierungsvorläufer angeboten. Optionsverträge zur Evaluierung der Verbindungen sind möglich.


IMG Innovations-Management GmbH

Dr. Marcus Kaltwasser
+49 6131 17-9970
kaltwasser@img-rlp.de
www.img-rlp.de
Adresse
Obere Zahlbacher Straße 63
55131 Mainz



Patentsituation

  • DE anhängig

Stichworte

PSMA, FAP, Prostatakrebs, Theranostik, PET, SPECT

Kontakt | Geschäftsstelle

TransferAllianz e. V.
Christiane Bach-Kaienburg
(Geschäftsstellenleiterin)

c/o PROvendis GmbH
Schloßstr. 11-15
D-45468 Mülheim an der Ruhr