Skip to main content

ADAPTIVER ELEKTRODENTRÄGER UND DAS VERFAHREN ZUR INSERTION ALS COCHLEA-IMPLANTAT-ELEKTRODENTRÄGER


Kurzfassung

Die Erfindung betrifft einen adaptiven Elektrodenträger, mit dem eine schonende Implantation des selbigen in die Cochlea gelingt, wobei das Resthörvermögen bestmöglich erhalten bleibt und eine perimodiolare Endlage des Elektrodenträgers im Innenohr nach der Insertion erreicht wird.


Hintergrund

Eine sensorineurale Schwerhörigkeit basiert auf der Beeinträchtigung der Funktion der Haarzellen in dem flüssigkeitsgefüllten Innenohr (Cochlea). Abhängig vom Grad der Beeinträchtigung des Hörvermögens können konventionelle Hörgeräte keine adäquate Versorgung des Patienten mehr gewährleisten, so dass Cochlea-Implantat-Systeme mit einem Elektrodenträger verwendet werden. Während einer Operation am Patienten wird der Elektrodenträger des Cochlea-Implantat-Systems in die Cochlea implantiert. Um das Restgehör zu erhalten sind die feinen Strukturen im Innenohr, bestehend aus einer dünnen Knochenlamelle (Lamina spiralis ossea) und den Membranen (Basilarmembran, Reissner‘sche Membran), nicht zu beschädigen. Hierzu ist eine gezielte ortsdifferenzierte Anpassung der Krümmung des Elektrodenträgers an die anatomischen, lokal gegebenen Krümmungen der Cochlea für eine schonende Implantation notwendig. Ferner ist eine sogenannte perimodiolare Endlage erwünscht. Dabei liegt der Elektrodenträger an der Innenwandung der spiralförmigen Cochlea, wodurch der Abstand zwischen den Stimulationselektroden im Elektrodenträger und den zu stimulierenden Nerven, die in der zentralen Achse der Cochlea (Modiolus) liegen, verringert wird.


Bilder & Videos


Lösung

Der erfindungsgemäße Elektrodenträger (1) besteht aus hoch elastischem Material (Silikon), welches reversibel verformt werden kann. Die Ausgangsform des Elektrodenträgers mit einem über den Weg s verschiebbar angeordneten Stilett (2) weist im inneren Aufbau mindestens einen biegeschlaffen Faden (3) sowie einen Hohlraum (4) auf, in dem der Innendruck p während der Insertionsbewegung gesteuert werden kann. Optional wird das Vorhandensein eines Mittels zur Erzeugung von Mikroschwingungen zur Vereinfachung des Insertionsprozesses vorgeschlagen.


Vorteile

Die Krümmung des Elektrodenträgers wird während der Insertion aktiv über den Innendruck p im Elektrodenträger und der gleichzeitigen Relativbewegung (Weg s) zwischen Elektrodenträger und Stilett gesteuert (vgl. Abb. c-f). Berücksichtigung des patientenindividuellen Krümmungsverlaufs der Cochlea; Verringerung der auf die Cochlea wirkenden Kräfte.


Anwendungsbereiche

im Allgemeinen: in der Medizintechnik für eine schonende Implantation von Elektrodenträgern in das Innenohr von Menschen, die eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit aufweisen; konkret: I) bei Kindern: für einen ausreichenden Hörgewinn, um den zukünftigen Spracherwerb zu gewährleisten; II) bei Erwachsenen: für ein ausreichendes Sprachverständnis


PATON | Patentmanagement Thüringer Hochschulen

Sascha Erfurt
03677 69 4569
sascha.erfurt@tu-ilmenau.de
www.paton.de
Adresse
Langewiesener Str. 37
98693 Ilmenau



Entwicklungsstand

Prototyp


Patentsituation

  • DE 10 2015 003 059 anhängig

Kontakt | Geschäftsstelle

TransferAllianz e. V.
Christiane Bach-Kaienburg
(Geschäftsstellenleiterin)

c/o PROvendis GmbH
Schloßstr. 11-15
D-45468 Mülheim an der Ruhr