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Giftfreie Anti-Fouling-Beschichtung


Kurzfassung

Giftfreie Oberflächenbeschichtung zum Schutz vor organischem Bewuchs


Hintergrund

Um Schiffsrümpfe und andere Unterwasserkörper gegen Bewuchs durch Seepocken, Algen und Muscheln zu schützen, werden diese mit Farben oder Lacken behandelt, die giftige Zusatzstoffe enthalten. Neben den regelmäßigen Wiederholungsanstrichen mit den toxischen Schiffslacken führt vor allem ein erhöhter Wasserwiderstand durch den Bewuchs zu höheren Kosten. So kann Bewuchs an Schiffen deren Kraftstoffverbrauch um bis zu 50% steigern.


Bilder & Videos


Problemstellung

Seit der Einführung des weltweiten Verbotes von Tributylzinn (TBT) besteht ein großer Bedarf an alternativen, nicht-toxischen Beschichtungen zum Schutz vor Biofouling.


Lösung

Forscher des Bionik-Innovations-Centrums der Hochschule Bremen haben nun eine nicht-toxische Beschichtungsalternative nach dem Vorbild der Haihaut entwickelt. Die Haut des Hais ist von einer Vielzahl kleiner Zähnchen bedeckt, deren Längsrillen parallel zur Schwimmrichtung des Hais ausgerichtet sind. Diese Mikrostrukturierung hilft zum einen, den Wasserwiderstand beim Schwimmen zu verringern. Zum anderen ist sie ein wirksames Mittel gegen das Ansiedeln von Organismen. Studien des Siedlungsverhaltens der Seepocke haben gezeigt: Eine der Oberflächenstruktur der Haihaut nachempfundene Beschichtung auf Silikonbasis reduziert den Foulingbewuchs auf Testplatten um 70%. Die wichtigsten Merkmale der künstlichen Haihaut sind dabei eine regelmäßige, lamellenartige Mikrostrukturierung, eine niedrige Oberflächenenergie und eine hohe Elastizität. Eine erste Produktentwicklung, ein Anstreichprodukt mit randomisierter Struktur für den Sportbootbereich, konnte bereits realisiert werden. Zur Anpassung an das in der Industrie verwendete Spritzverfahren wird derzeit an einer spritzfähigen Formulierung des Produktes gearbeitet. Bild 1: Stark bewachsene Testplatte ohne Beschichtung Bild 2: Kaum bewachsene Testplatte mit Haihaut-Beschichtung Bild 3: Binokularaufnahme der Haihaut


Vorteile

Die künstliche Haihaut ermöglicht umweltbewusstes und nachhaltiges Handeln, da sie völlig ohne toxische Bestandteile auskommt. Damit bietet sie eine effektive Alternative zu giftigen Schiffsanstrichen und entspricht der internationalen Gesetzgebung. Es sind keine aufwändigen Zulassungsverfahren notwendig. Aufgrund der der Verringerung des Wasserwiderstands und der Beständigkeit der Antifouling-Wirkung führt sie zu Kosteneinsparungen.

  • Die Antifouling-Wirksamkeit beruht alleinig auf physikalischen Eigenschaften des Materials, es sind keine toxischen Bestandteile enthalten
  • Die künstliche Haihaut weist längere Beständigkeit auf im Vergleich zu anderen nicht-toxischen Beschichtungen wie z.B. Teflon
  • Wiederholungsanstriche sind seltener notwendig
  • Hohe Antifouling-Wirksamkeit gegen Seepocken
  • Die längs gerichtete Mikrostrukturierung führt zu einer Verminderung des Wasserwiderstandes

Anwendungsbereiche

Antifouling-Anstrich für

  • Schiffsrümpfe, Fundamente von Off-Shore-Anlagen 
  • Rohrzuleitungen von Wärmetauschern, industriellen Kühlsystemen, Entsalzungsanlagen 
  • Sensorsysteme im maritimen Bereich
  • Rohrleitungssysteme in der Lebensmitteltechnologie (Milchverarbeitung, Brauereien) 
  • papierverarbeitenden Industrie 
  • Rotorblätter von Windkraftanlagen

Zielgruppe: Hersteller von Lacken und Farben Hersteller von Folien oder Oberflächenbeschichtungen Chemiekonzerne


InnoWi GmbH

Dipl.-Biol. Birgit Funk
0421 96007-14
birgit.funk@innowi.de
www.innowi.de
Adresse
Fahrenheitstraße 1
28359 Bremen



Entwicklungsstand

Marktreife


Patentsituation

  • EP 1981659A1 anhängig

Stichworte

Bionik, Antifouling, Bautenschutz, Beschichtungstechnik

Angebot Anbieter-Website


Kontakt | Geschäftsstelle

TransferAllianz e. V.
Christiane Bach-Kaienburg
(Geschäftsstellenleiterin)

c/o PROvendis GmbH
Schloßstr. 11-15
D-45468 Mülheim an der Ruhr